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Der beste Job der Welt.

4. September 2019

Ich erinnere mich so gut an diesen Freitag. Es war so ziemlich der strengste Tag im August und ich durfte an diesem Tag vier Shootings machen. Normalerweise nehme ich maximal zwei Buchungen pro Tag an, aber manchmal geht es einfach nicht anders und es fällt mir auch nach fünf Jahren Selbstständigkeit immer noch schwer, Aufträge abzulehnen. Da ich an diesem Tag kein Auto hatte bin ich mit Velo und Zug und vollbepackt mit Fotoausrüstung zur letzten Fotoshooting-Location in Rickenbach-Sulz gefahren. Dort befindet sich nämlich meine bevorzugte Location für den Sommer mit einer wilden Blumenwiese und (im Idealfall) Sonnenuntergang.

Es war mein letztes Shooting an diesem Tag und um ehrlich zu sein war ich bereits ziemlich erschöpft und hatte Rückenschmerzen (eine typische Fotografenkrankheit). Aber dann waren da diese zwei Geschwister, so voller Lebensfreude und ja, auch ein bisschen aufgedreht, da das Shooting doch schon zu fortgeschrittener Stunde stattfand – zumindest für die Kinder. Das Licht war herrlich, die Stimmung war völlig gelöst und ungezwungen. Ich habe einfach nochmals alles gegeben, da ich unbedingt schöne Bilder für die Familie machen wollte und in diesem Moment auch alles so perfekt war.

Als ich nach dem Shooting wieder mit dem Fahrrad zum Bahnhof gefahren bin und die warme Luft gespürt habe, durchströmte mich ein richtiges Glücksgefühl. Es ist manchmal so aufreibend selbstständig zu sein und nicht selten komme ich mit meiner Energie an die Grenzen, ABER es ist auch einfach so befriedigend und schön. Mein Beruf ist mit so viel Freude und Dankbarkeit verbunden und auch wenn ich manchmal einfach nur verdammt (sorry!) müde bin, so möchte ich niemals tauschen.

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